Patronat: Bamberg und Basel
Am 6. Mai 973 wurde Heinrich in Abbach bei Regensburg in Bayern als Sohn Heinrichs des Zänkers, Herzog von Bayern, geboren. Zusammen mit seiner Schwester Gisela (Heilige), die später den ungarischen König Stephan I. (István; Heiliger) heiraten sollte, wurde er von Bischof Wolfgang von Regensburg (Heiliger) erzogen, der ihm frühzeitig einen frommen und gottgefälligen Lebenswandel einimpfte.
Nach dem Tod seines Vaters folgte Heinrich diesem 995 als Herzog von Bayern nach, 1002 wurde er zum deutschen, zwei Jahre darauf auch zum italienischen König gewählt. 1014 setzte ihm Papst Benedikt VIII. in Rom die Kaiserkrone auf. Schon vorher hatte er Kunigunde, eine Tochter des Grafen Siegfried von Lützelburg (das spätere Luxemburg), geheiratet. Sie lebten in gegenseitigem Einverständnis in völliger Enthaltsamkeit, so dass die Ehe kinderlos blieb. Dies sollte später dazu führen, dass sich Heinrichs Brüder Bruno und Arnulf und die fünf Brüder seiner Gattin um die Nachfolge stritten und Intrigen gegen das Herzogspaar schmiedeten.
Heinrichs Politik hatte zwei Schwerpunkte: die Reorganisation des Reiches und der Kampf gegen dessen äußere Feinde sowie die Stärkung der Kirche und ihre Ausbreitung nach Osten. Obwohl die 22 Jahre seiner Herrschaft in Deutschland überwiegend eine Zeit des Friedens waren, hatte Heinrich II. doch immer wieder im Osten, Süden und Westen des Reiches zu kämpfen. Die ewig unruhigen lombardischen Fürsten unter der Führung des Markgrafen Arduin/ Hardwig von Ivrea schlug er mehrmals, doch weder Friedensschlüsse noch Belehnung der Aufrührer mit Grafschaften konnten die Situation auf Dauer beruhigen. 1022 brach Heinrich mit einem Heere von angeblich 60.000 Mann nach Italien auf, schlug die Byzantiner, die den Lombarden zu Hilfe geeilt waren, stellte die Herrschaft des Papstes wieder her und ordnete die Vergabe von Lehen an die Normannen, die den Papst unterstützt hatten, neu bzw. bestätigte sie. 1007 und 1022 musste er gegen Herzog Balduin IV. von Flandern zu Felde ziehen, auch dies ein andauernder Krisenherd, der erst mit der Einrichtung des Großherzogtums Flandern gelöscht werden konnte.
Die größte Mühe bereitete ihm allerdings der streitbare Herzog Boleslaw von Polen und der Streit um Böhmen und die Niederlausitz. Gegen diesen bediente sich der fromme Kaiser sogar recht ungewöhnlicher Verbündeter, nämlich der heidnischen Lutizen (in Mecklenburg und Pommern). Er besiegte die Polen mehrmals, 1005, 1007 und 1015, doch erst der Polenzug Konrads II. sollte 1031 – Jahre nach Heinrichs Tod – zur endgültigen Unterwerfung des slawischen Herzogtums unter die kaiserliche Lehnshoheit führen. Im Inneren kümmerte sich Heinrich intensiv um die Organisation der Klöster und Bistümer, deren Führung er gewöhnlich mit Verwandten oder bewährten Freunden besetzte, eine Politik, die ihm im Reich eine solide, verlässliche Hausmacht eintrug, ohne die seine dauernden militärischen Expeditionen nicht durchzuführen gewesen wären. Er begann den Dombau zu Bamberg 1002 und den von Basel 1021, erneuerte 1004 das Bistum Merseburg, baute den Paderborner Dom wieder auf und gründete 1007 das Bistum Bamberg als Basis für eine verstärkte christliche Mission in den slawischen Ländern. Ungezählt sind seine Schenkungen an Klöster und Abteien. Von seiner Stärkung des politischen Reiches und der kirchlichen Organisation in Deutschland sollte das Reich noch lange profitieren. Am 13. Juli 1024 starb Heinrich in Grona bei Göttingen in Niedersachsen, seine Witwe zog sich in die von ihr gestiftete Abtei Kaufungen (bei Kassel) zurück, wo sie 1033 starb. Heinrich wurde 1146 von Papst Eugen III. (Seiliger) heiliggesprochen, Kunigunde 1200. Bestattet ist er im Bamberger Dom, wo er das von Tilman Riemenschneider geschaffene Hochgrab mit Kunigunde teilt.
Darstellung: in prachtvollen Gewändern oder im Harnisch; oft zusammen mit seiner Gemahlin Kunigunde
Attribute: Krone, Zepter, Reichsapfel, Schwert, Kirchenmodell (Bamberger Dom), Lilie (Symbol der Keuschheit, weil er der Legende nach mit Kunigunde in Josephsehe lebte)

Quelle: Herder-Verlag

