Warum überhaupt?
Auch wenn längst nicht mehr alle Paare kirchlich heiraten wollen ...
... zählt doch für viele der Segen in der Kirche noch immer ganz selbstverständlich dazu. Viele wollen damit zum Ausdruck bringen, dass die Liebe zwischen zwei Menschen etwas besonders Wertvolles ist, geradezu „ein Geschenk des Himmels". Das wird im Traugottesdienst mit seinen vielen Symbolen und Riten, der Musik und in den Texten in besonderer Weise deutlich. Die Hochzeit als der Moment, in dem sich Frau und Mann ihre Liebe zusagen, gilt deshalb nicht umsonst als der schönste Tag des Lebens.
Heiraten – das bedeutet ...
... dass Mann und Frau ein Leben lang beieinander bleiben wollen. Bei der Hochzeit bekennt sich ein Paar öffentlich zueinander. Alle sollen es wissen und die Menschen, die dem Paar etwas bedeuten, sollen die Entscheidung mitfeiern. Kirchlich heiraten bedeutet, den Bund fürs Leben bewusst „vor Gottes Angesicht" zu schließen. Dieses Versprechen hat dabei eine besondere Qualität. Es schließt die Zusage ein, dass beide füreinander Verantwortung tragen. In einer Ehe leben heißt:
Du bist mir wichtig! Du bist nicht allein!
Bei vielen ist ein neues Bewusstsein dafür gewachsen, dass die kirchliche Hochzeit eine andere, ja größere Bedeutung hat als die standesamtliche Eheschließung. Die christliche Ehe will sichtbar machen, wie Gott sich zum Menschen verhält. Gottes Liebe und Treue zu den Menschen soll in der Liebe und Treue der Partner erkennbar und gegenwärtig sein. Für die katholische Kirche ist die Ehe zwischen zwei Getauften deshalb ein Sakrament, ein „heiliges Zeichen" der innigen Verbundenheit zweier Liebender und mit Gott „als Dritten" im Bunde. Die Ehe wird nach katholischer Auffassung daher auch erst innerhalb des Traugottesdienstes geschlossen. Nach evangelischer Überzeugung tritt dagegen ein Paar vor den Traualtar, das durch den Akt der standesamtlichen Eheschließung bereits verheiratet ist; die kirchliche Trauung steht eher unter dem Vorzeichen, dass der Ehebund gesegnet wird und die Gemeinde im gemeinsamen Beten und Singen ihre Mitfreude und Fürbitte zum Ausdruck bringt. Beide Kirchen sind davon überzeugt, dass Menschen, die an Gott glauben, um die Chancen und Bereicherungen wissen, die ein Leben im Vertrauen auf Gott schenkt. Diese Gewissheit und diese Erfahrung machen Mut, Ja zu einer Partnerin, Ja zu einem Partner zu sagen.
