Hl. Katharina von Siena

„Ist das Diakonat der Frau von Gott, wird es kommen;

ist es nicht von Gott, wird es nicht kommen.

Aber da wir es als von Gott kommend ansehen,

werden wir das Nachdenken darüber und das Beten dafür nicht beenden.“

Hanna-Renate Laurien, ehem. Kultusministerin von Rheinland-Pfalz

 

Alljährlich begehen Frauen in der Kirche den Gedenktag der Hl. Katharina von Siena als Tag der Diakonin. Seit 1970 ist sie offiziell als Kirchenlehrerin anerkannt.
Während ihres Lebens im 14. Jh. zeichnete sie sich vor allem durch ihr mutiges Benennen kirchlicher Missstände gegenüber den zeitgenössischen Päpsten aus.

Anliegen dieser Gottesdienste ist es, das diakonische Wirken von Frauen zu würdigen und die Forderung nach dem sakramentalen Amt der Diakonin wachzuhalten. 

Hintergrundinformationen

Bereits in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts erheben sich erste Stimmen, die über den Diakonat der Frau nachdenken. Frauen hatten von Anfang an Anteil an den Bemühungen und Überlegungen, die nach dem Zweiten Weltkrieg der Einführung des Ständigen Diakonats galten. Das ІІ. Vatikanische Konzil führte mit der dogmatischen Konstitution „Lumen gentium“ den Ständigen Diakonat wieder als eigenständiges Amt ein (LG 29): Für Männer. Damit bleibt die Einrichtung des Diakonats bis heute unvollendet.

 

Dies wurde sofort nach dem Konzil erkannt. Die Würzburger Synode richtete 1975 ein Votum an den Papst, „die Frage des Diakonats der Frau entsprechend den heutigen theologischen Erkenntnissen zu prüfen und angesichts der gegenwärtigen pastoralen Situation womöglich Frauen zur Diakonatsweihe zuzulassen.“

Im Wort der dt. Bischöfe „Zu Fragen der Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft“ heißt es 1981: „Anders als die Frage des Priestertums stellt sich uns die Frage nach der Zulassung von Frauen zum sakramentalen Diakonat(…).Diese Frage bedarf noch weiterführender Diskussion, vor allem aber einer größeren Übereinstimmung der Meinung in der gesamten Kirche.“ 

1997 fand in Stuttgart ein internationaler Kongress mit dem Thema „Diakonat – ein Amt für Frauen in der Kirche –ein frauengerechtes Amt?“ statt.

Im Anschluss an diesen Kongress wurde das „Netzwerk Diakonat der Frau“ gegründet. Mehrere kfd-Diözesanverbände und der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) waren an der Gründung beteiligt.

Der kfd-Bundesverband und weitere Diözesanverbände traten im Laufe der Jahre bei.

Ebenfalls im Anschluss an diesen Kongress erklärte im Herbst 1997 der KDFB den 29. April, den Gedenktag der Hl. Katharina von Siena, zum „Tag der Diakonin“.

Ziel dieser Proklamation war es, ein Zeichen zu setzen, um die Frage regelmäßig wach zu halten und das Eintreten für den Diakonat der Frau unter den Schutz und die Fürsprache der Hl. Katharina zu stellen. Ebenso sollte zum Gebet in diesem Anliegen ermutigt werden.

Der „Der Tag der Diakonin“ wurde erstmals im Jahre 1998 gefeiert. 

In den letzten Jahren haben einige kfd-Diözesanverbände und zahlreiche kfd-Gruppen diese Initiative aufgegriffen. 

In ihrem im Juni 2011 verabschiedeten Positionspapier „Frauen geben Kirche Zukunft“ tritt die kfd dafür ein, dass die Kirche Frauen, die zu diesem Amt berufen sind, durch die sakramentale Bestärkung in ihrem diakonischen Handeln bestätigt. 

Auszug aus dem Positionspapierder kfd „Frauen geben Kirche Zukunft“

„Den Diakonat der Frau einführen:

Die Kirche hat einen diakonischen Auftrag, der sich vom Handeln Jesu Christi herleitet. Er hat sich in besonderer Weise den Armen und Schwachen zugewendet.

Diakonische Arbeit wird überwiegend von Frauen geleistet. Ihr Handeln ist für die Glaubwürdigkeit einer diakonischen Kirche unverzichtbar.

Das Amt des Diakonats bildet die Nachfolge des dienenden Christus in der Ämterstruktur der Kirche ab. Darum müssen auch Frauen, die zu diesem Amt berufen sind, zu Diakoninnen geweiht werden.

Wir treten für eine Kirche ein,

• die die Not der Menschen ins Zentrum ihres Handelns stellt,

• die Frauen durch die sakramentale Bestärkung in ihrem diakonischen Handeln   bestätigt.“