Martina von Rom

Namenstage: Martina

Funktion: Heilige, Märtyrerin

Gedenktag: 30. Januar

Patronat: Rom; der stillenden Mütter

Über das Leben der im 3. Jahrhundert in Rom geborenen Heiligen Martina gibt es keine historischen Belege. Im 7. Jahrhundert wurde ihre Leidensgeschichte verfasst. Dieser zufolge war Martina die Tochter eines wohlhabenden ehemaligen Konsuls und wurde von ihren Eltern christlich erzogen. Bei Christenverfolgungen unter dem römischen Kaiser Severus Alexander (222–35) soll Martina gefangen genommen worden sein; dies ist aber nicht sehr wahrscheinlich, da dieser Kaiser anderen Religionen gegenüber als relativ tolerant gilt.
Der Legende nach sollte Martina im Apollo-Tempel ein Opfer darbringen, doch die Christin bekreuzigte sich, und der Tempel brach in sich zusammen. Daraufhin wurde sie gefoltert und im Amphitheater einem Löwen zum Fraß vorgeworfen; dieser jedoch legte sich friedlich zu ihren Füßen nieder. Auch ein Scheiterhaufen konnte ihr nichts anhaben, da ein plötzlicher Regen das Feuer löschte. Schließlich wurde Martina enthauptet.
Unter Papst Urban VIII. lebte ihr Kult wieder auf:1634 fand man bei Bauarbeiten ihre angeblichen Reliquien, 1653 wurde die an dieser Stelle erbaute Kirche Santi Luca e Martina fertig gestellt.

Darstellung: bei ihrer Enthauptung, beim Einsturz eines römischen Tempels

Attribute: Buch, Lilie; Palme, Löwe, Nägel und Zangen, Scheiterhaufen, Schwert (Martyrium)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010

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